EIN AUSSERGEWÖHNLICHES KRAUT - SCHNUPFTABAK

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Das 16. Jahrhundert stand ganz im Zeichen des Tabaks. Er diente als Heilmittel für allerlei Beschwerden.

Aber kaum eine Medizin war aufgrund ihres besonderen Geschmackes so begehrt, wie

dieses außergewöhnliche Kraut.

Auch die französische Königin, Katharina von Medici, erhoffte sich Heilung für ihren migränegeplagten Sohn Franz.

Ob sie nun die damalige Gebrauchsanweisung missverstanden hatte oder einfach außer Acht ließ, kann man

heute nicht mehr nachvollziehen. Wie auch immer. Sie setzte sich über die ärztlichen Anweisungen

hinweg und erfand eine völlig neue Art des Tabakgenusses.

 

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Katharina verabreichte ihren Sohn den geriebenen Tabak löffelweise. Eine Linderung seines Leidens

aber wollte nicht eintreten. Dem ausgesprochnen Erfindungsgeist der Königin ist es wohl zu verdanken

dass sie ihren Sohn dazu bewegte, das Pulver über die Nase aufzunehmen. Diese unkonventionelle Maßnahme

verfehlte ihre Wirkung nicht. Das Kribbeln in seiner Nase löste bei Franz einen wahren Niesanfall aus, der Druck

in seinem Kopf nahm ab und die Schmerzen ließen nach. Der erste Schnupfer tat also genau

das, was ein richtiger Schnupfer nicht tut - niesen.

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Von der Wirkung ihrer Erfindung begeistert, gönnte sich auch die Königin eine Prise dieses Pulvers. Sie empfand dabei

großen Spaß. Kurzerhand gab sie dem geriebenen Tabak ihren Namen, den er jahrhundertelang behalten sollte

Catharinaire. Schon bald folgten die Damen und Herren des Hofes dem Beispiel ihrer Königin. Es entbrannte ein regelrechter

Wettstreit darin, es dem graziösen Niesen ihrer Majestät gleich zu tun. 

Schnupfen wurde gesellschaftsfähig. Schon wenige Jahrzehnte nach der denkwürdigen Geburt des Schnupftabaks

rümpfte die ganze Welt ihre Nasen - voll Genuss.

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